{"id":240,"date":"2005-07-20T12:00:00","date_gmt":"2005-07-20T10:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.firstbreeze.com\/TI-Privatordner\/Blogs\/Hausbau\/Archive\/2005\/07\/zum-thema-einbruchschutz"},"modified":"2005-08-09T15:12:40","modified_gmt":"2005-08-09T13:12:40","slug":"zum-thema-einbruchschutz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.firstbreeze.com\/TI-Privatordner\/Blogs\/Hausbau\/Archive\/2005\/07\/zum-thema-einbruchschutz","title":{"rendered":"Zum Thema Einbruchschutz"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"https:\/\/www.firstbreeze.com\/TI-Privatordner\/Blogs\/Hausbau\/wp-images\/content\/2005\/2005-07-20-01.jpg\" alt=\"Ungeeigneter Einbruchschutz\" \/>Georg Jaspert hat leidvolle Erfahrung mit dem Thema &#8222;Einbruch&#8220; gemacht. Vor einiger Zeit hat er in D\u00fcsseldorf in einem Neubaugebiet gebaut. Nur wenige Wochen nach Baufertigstellung wurde er Opfer einer organisierten Einbrecherbande.<\/p>\n<p>Als ich Georg bat, f\u00fcr unser Hausbaublog mal ein paar S\u00e4tze zum Thema &#8222;Einbruch-Schutz&#8220; zu schreiben, dachte ich im Traum nicht daran, dass so etwas umfangreiches und geniales dabei heraus kommt. Eigentlich ist es ein Leitfaden zum Thema Einbruchschutz geworden.<\/p>\n<p>Wir freuen uns auf Eure Kommentare. Und damit dieser wertvolle Beitrag nicht als &#8222;normaler Blogeintrag&#8220; nach unten scrollt<!--more-->, habe ich einen festen Link rechts in der Navigation unter &#8222;Specials&#8220; gesetzt.<\/p>\n<h3><strong>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<br \/>\nZum Thema Einbruchschutz<br \/>\n&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<\/strong><\/h3>\n<p><em>Text von <a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.hoer-team.de\/\">Georg Jaspert<\/a>.<\/em><\/p>\n<p>Zum Thema Einbruchschutz m\u00f6chte ich gerne Informationen und Gedanken aus eigener Erfahrung weitergeben. Neben Daten und Fakten habe ich auch meine eigene Meinung eingebracht.<\/p>\n<p><strong>Zur Situation<\/strong><br \/>\n\u00dcberall in Deutschland wird eingebrochen, keine Wohnbereiche sind hiervon ausgenommen. Statistisch ist jeder einzelne etwa alle 60 Jahre betroffen. Statistisch hei\u00dft hier dass es Menschen mit mehr als einer Einbrucherfahrung gibt und andere die ihr ganzes Leben davon verschont geblieben sind.<\/p>\n<p>Nach meiner Erfahrung ist die H\u00e4ufigkeit der Einbr\u00fcche pro Einwohner weitgehend stabil. Das bedeutet dass in Ballungszentren die absolute Zahl der Einbr\u00fcche h\u00f6her ist als im l\u00e4ndlichen Bereich. Heruntergebrochen auf die Einbr\u00fcche pro Einwohner ergeben sich hier unbedeutende Unterschiede.<\/p>\n<p>Wer glaubt gut versichert zu sein und einen Einbruch aus materieller Sicht nicht scheut sei gewarnt. Die psychische Belastung eines Einbruches ist nicht zu untersch\u00e4tzen. Das Gef\u00fchl, dass jemand ungefragt in die eigene Privatsph\u00e4re eingedrungen ist, tr\u00e4gt h\u00e4ufig viel schwerer als der Verlust des entwendeten Eigentums. Sehr h\u00e4ufig habe ich von dem Einbrecher-Ritual geh\u00f6rt, im Wohnraum deutliche Spuren zu hinterlassen, wenn sich der Einbruch nicht gelohnt hat und im Gegenzug den Wohnraum zu schonen, wenn es ein lohnender Bruch war.<\/p>\n<p><strong>Einbrecher ist nicht gleich Einbrecher.<\/strong><br \/>\nEs gibt Jugendliche die im Rahmen einer Mutprobe ein gekipptes Fenster nutzen um eine Troph\u00e4e aus dem Haus zu ergattern. Es gibt Einbrecher im angetrunkenen \u00dcbermut und andere Einbrecher die nicht mein Interesse wecken&#8230; und es gibt die organisierte Kriminalit\u00e4t die systematisch \u00fcber das Land herf\u00e4llt und gezielt zuschl\u00e4gt nachdem sie sich im Vorfeld ein Bild von den Verhaltensweisen der Anwohner und der zu erwartenden Beute gemacht haben. Wer das nicht glaubt achte bitte ab Oktober\/November in der Lokalpresse auf mittelalterlich anmutende Raubz\u00fcge in den Stadtteilen. Vor diesen Einbrechern ist niemand sicher und es gibt kaum einen wirksamen Schutz gegen sie. Diese \u201eProfis\u201c nutzen ihr Know-How jedoch sehr gezielt, so dass es nur dort zur Anwendung kommt, wo es sich offensichtlich lohnt. Ich spreche von Einbrechertrupps mit bis zu 10 Mann die ausnahmslos jede Sicherung au\u00dfer Kraft setzen und jedes Hindernis \u00fcberwinden k\u00f6nnen, wenn sie genug Zeit haben.<\/p>\n<p>\u00dcberlassen wir diese Problem den Million\u00e4ren und wenden wir uns nun wieder den durchschnittlichen Haus- und Wohnungsnutzern zu.<\/p>\n<p><strong>Wer ist betroffen:<\/strong><br \/>\nBetroffen ist wie schon erw\u00e4hnt ausnahmslos jeder. Man stelle sich einfach mal vor es ist November\/Dezember, also eine Zeit in der es recht fr\u00fch dunkel wird, eine Zeit in der bereits gegen 17 Uhr die Lichter in den H\u00e4usern angehen. Wer bis 17:30 Uhr weder Licht einschaltet noch Rolll\u00e4den schlie\u00dft ist offensichtlich nicht Zuhause, oder schl\u00e4ft tief und fest genug.<\/p>\n<p><strong>Wie gehen sie vor:<\/strong><br \/>\nEs ist aber auch verf\u00fchrerisch leicht. Ben\u00f6tigt wird ein Vorposten mit einer Handy-Freisprecheinrichtung und ein Einbrecher mit einem Handels\u00fcblichen Schraubendreher der im Jacken\u00e4rmel versteckt werden kann und schon kann eine scheinbar harmlose und neugierige Wanderung ums Haus starten. Hinten angekommen wird der Schraubendreher unter der T\u00fcre oder unterm Fenster angesetzt und kr\u00e4ftig gehebelt. Unge\u00fcbte ben\u00f6tigen bei einem Handels\u00fcblichen Fenster\/T\u00fcre bis zu 3 Minuten, erfahrene brauchen etwa 10 Sekunden um ein Fenster\/T\u00fcre zu \u00f6ffnen. Der Einbrecher tr\u00e4gt nat\u00fcrlich auch eine Handy &#8211; Freisprecheinrichtung und wird von dem Vorposten \u00fcber alle Geschehnisse vorm Haus informiert und gewarnt. Dieser Vorposten kann bei heimkehrenden Hausbewohnern diesen auch noch durch dumme Fragen vom Eindringen in sein Eigenheim abhalten. Die Situation ist derart schl\u00fcssig und einfach, dass man nicht viel Mut ben\u00f6tigt um hier kriminell zu werden.<br \/>\nEines haben Einbrecher alle gemeinsam. Es muss schnell gehen und es darf nicht viel L\u00e4rm machen, der Nachbarn warnen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p><strong>Wer kann beraten:<\/strong><br \/>\nIn NRW tut es die kriminalpolizeiliche Beratungsstelle, die mit hoher Fachkompetenz und ausgezeichneten Tipps in unterschiedlichen Lebenslagen kostenfrei ber\u00e4t. Vor dem Haus- und Wohnungsbau in den Beratungsstellen mit Anschauungsmaterial, und nach dem Bau durch Hausbesuche und Beurteilungen der \u201eIst-Situation\u201c vor Ort, in NRW kostenfrei.<\/p>\n<p><strong>Wie k\u00f6nnen Sie sich sch\u00fctzen:<\/strong><\/p>\n<p><em>1.: Durch Ihr Verhalten:<\/em><\/p>\n<blockquote><p>Zun\u00e4chst die Sofortma\u00dfnahmen, die jeder mit wenig Geld und Aufwand umsetzen kann. Wer Zeitschaltuhren einsetzt zwingt den Beobachter auf jeden Fall schon mal l\u00e4nger zu beobachten. Wenn der Nachbar unvorsichtiger ist, wird der Beobachter vielleicht schon ausreichend vom eigenen Haus abgelenkt. Ein dunkles Haus erscheint eindeutig risikolos, ein beleuchtetes Haus l\u00e4sst mehrere M\u00f6glichkeiten der Interpretation.<\/p>\n<p>Eine au\u00dfen stehende Leiter, die in der Bauphase vermutlich \u00f6fter gebraucht wird und daher am Haus angelehnt bleibt, dient dem Einbrecher auch f\u00fcr H\u00e4user in der Nachbarschaft um gekippte Fenster oder ungesicherte Fenster leichter zu erreichen. Bitte sorgen Sie daf\u00fcr, dass in Ihrer Nachbarschaft keine Leitern herumstehen, oder sichern Sie diese z.B. mit einem Fahrradschloss.<\/p><\/blockquote>\n<p><em>2.: Durch bauliche Ma\u00dfnahmen:<\/em><\/p>\n<blockquote><p>Der Einbruch eines Profis in ca. 10 Sekunden bezieht sich auf ein Standartfenster\/T\u00fcre, wie sie in der Regel verbaut werden. In der Regel hei\u00dft hier, dass ca. 90% alle Fenster und T\u00fcren in Deutschland \u00fcber keinen Einbruchschutz verf\u00fcgen. Dies gilt nicht f\u00fcr die Hauseingangst\u00fcren. Diese sind in der Regel ausreichend sicher.<\/p>\n<p>Als ausreichend sicher gilt die Fertigung von Fenstern und T\u00fcren nach DIN V ENV 1627ff WK2, kurz WK2. WK steht f\u00fcr die Widerstandsklasse. W\u00e4hrend Einbrecher f\u00fcr das Eindringen in Standard-T\u00fcren und -Fenster ca. 10 Sekunden ben\u00f6tigen sie ca. 15 Minuten f\u00fcr einen Einbruch in WK2 gesicherte H\u00e4user und deutlich l\u00e4nger wenn sie unge\u00fcbt sind. Ja, sie k\u00f6nnen einen erheblichen Schaden an den T\u00fcren anrichten, aber rein kommen sie nicht so leicht. Ausreichend erscheint es wenn die leicht zug\u00e4nglichen Fenster nach WK2 gesichert sind, auch die die \u00fcber Balkon, Garage, Pergola o.\u00e4. zu erreichen sind. Das fr\u00fchzeitige \u201edrum k\u00fcmmern\u201c kann Geld sparen, da das Nachr\u00fcsten vorhandener Fenster nach WK2 sehr arbeitsintensiv ist und etwa 10 mal soviel Kosten verursacht wie die direkte Ber\u00fccksichtigung bei der Erstbestellung.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte kurz noch auf den Unterschied zwischen Holz- und Kunststofffenster eingehen. Kunststofffenster k\u00f6nnen ohne WK2 nahezu ger\u00e4uschlos ge\u00f6ffnet werden, w\u00e4hrend Holzfenster beim Einbrechen mit Schraubendreher viel Krach machen.<\/p>\n<p>Sollte es einen Zugang \u00fcber Kellerfenster geben, wird dieser von Einbrechern gerne genutzt weil diese i.d.R. besonders leicht zu \u00f6ffnen sind. Eine gute M\u00f6glichkeit bieten hier eine Art Gef\u00e4ngnisgitter. Man bohre einfach rechts und links vor die Fenster von au\u00dfen in die W\u00e4nde je ein tiefes und gro\u00dfes Loch. So gro\u00df dass eine handesl\u00fcbliche Wasserleitung in das Loch passt. Eine Loch tiefer als das andere (z.B. rechtes Loch ca. 15 cm, linkes Loch ca. 5 cm.) dann kann die Eisenstange erst in das tiefere Loch gesteckt werden und in das k\u00fcrzere zur\u00fcckgezogen werden. Vorher sollten die L\u00f6cher mit Zement oder Schwerlastkleber gef\u00fcllt werden, damit die Standen anschie\u00dfend fest verklebt sind und nicht entnommen werden k\u00f6nnen. Die Stangen k\u00f6nnen vorher mit Zement gef\u00fcllt werden um die Stabilit\u00e4t zu erh\u00f6hen, oder sie nehmen gleich VA Stahl. Der ist zwar teurer sieht aber auch sch\u00f6ner aus und ist schwerer zu bearbeiten, eine gew\u00fcnschte Wirkung. Der Abstand der Stangen sollte so gew\u00e4hlt werden, dass auch der Kopf und K\u00f6rper eines Kleinkindes nicht hindurch passt.<\/p>\n<p>Sollten Ihr Haus \u00fcber einen zus\u00e4tzlichen Eingang vom Garten in den Keller verf\u00fcgen, so werden dort h\u00e4ufig stabil anmutende Feuerschutzt\u00fcren (Stahlt\u00fcren) verbaut. Diese stellen f\u00fcr Feuer einen angemessenen Schutz dar, aber nahezu keinen f\u00fcr Einbrecher. Schraubendreher gen\u00fcgt meistens.<\/p><\/blockquote>\n<p><em>3.: Durch bauliche Einbruchmeldeanlagen:<\/em><\/p>\n<blockquote><p>Der Volksmund spricht von Alarmanlagen. Letztlich melden diese aber lediglich einen Einbruch. Eine Meldung die bei Autos kaum jemanden interessiert. Es Anlagen die mit Funksignalen in Verbindung stehen und welche die \u00fcber eine Kabelverbindung kommunizieren. Letztere ist ohne Zweifel sicherer. Insbesondere kosteng\u00fcnstige Funk-Anlagen senden im \u00f6ffentlichen Funkkanal (alles andere ist genehmigungspflichtig), so wie auch Ihr elektrisches Garagentor oder das Ihres Nachbarn. Die Quelle f\u00fcr Fehlmeldungen und einen Fehlalarm ist nahezu unendlich. Wenn Sie kosteng\u00fcnstige Einbruchmeldeanlagen mit einer automatischen Alarmmeldung bei der \u00f6rtlichen Polizei koppeln, k\u00f6nnte es ein teurer Spa\u00df werden. Anlagen die \u00fcber Kabel kommunizieren sind da deutlich sicherer. Letztlich k\u00f6nnen aber auch diese Einbruchmeldeanlagen einen Einbruch nur melden und nicht verhindern. Mich w\u00fcrde es nicht gl\u00fccklich machen nach einem Einbruch von meiner Einbruchmeldeanlage die Best\u00e4tigung zu erhalten das eingebrochen wurde. Dar\u00fcber hinaus habe ich bereits geh\u00f6rt, dass professionelle Einbrecher kosteng\u00fcnstige Einbruchmeldeanlagen sehr effektiv au\u00dfer Kraft setzten k\u00f6nnen. F\u00fcr eine hochwertige Einbruchmeldeanlage, galvanisch gekoppelt mit Meldung an die Polizei empfehle ich die Beratung durch die Kriminalpolizeiliche Beratungsstellen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Weitere Links zum Thema:<br \/>\n&#8211; &#8222;<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Einbruch\" target=\"_blank\">Einbruch<\/a>&#8220; bei Wikipedia<\/p>\n<p align=\"right\"><font size=\"2\">Bild: <a href=\"http:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/User:Malula\">Malula<\/a>.<\/font><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Georg Jaspert hat leidvolle Erfahrung mit dem Thema &#8222;Einbruch&#8220; gemacht. Vor einiger Zeit hat er in D\u00fcsseldorf in einem Neubaugebiet gebaut. Nur wenige Wochen nach Baufertigstellung wurde er Opfer einer organisierten Einbrecherbande. 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