Waldmeister ist wirklich faszinierend - bis zu unserer Waldmeisterbowle war für mich Waldmeister einfach nur ein grüner künstlicher Sirup. Im Wald wahrgenommen habe ich ihn erst, als Stefan ihn mir zeigte. Begeistert davon wie intensiv der Geschmack der eher unscheinbaren Pflanze sein kann, gab es heute direkt das nächste Waldmeisterexperiment. Etwas skeptisch war ich zwar - aber der dezente Geschmack der Sabayon hat mich überzeugt und passte prima zum Hühnchen. Nur leider schmeckten unsere Drillingkartoffeln ziemlich fade.

Zutaten für 4 Personen:
- 100 ml Weißwein
- 300 ml Gemüsebrühe
- 1 Bund Waldmeister
- 8 Eigelb
- Salz und Pfeffer
- 4 Hähnchenbrustfilet
- Öl
- 250 g Bohnen
- Kartoffeln
Zubereitung:
In einem Topf die Gemüsebrühe und den Weißwein zusammen aufkochen, den bereits welken Waldmeister (wichtig, da er sonst noch nicht den typischen Geschmack entwickelt hat) hinein geben und ca. 15 Minuten ziehen lassen. Dann durch ein Sieb gießen und den Sud auf rund 1/4 (0,8 dl) einkochen.
Parallel die Kartoffeln garen und einen Topf mit heißem Wasser für die Zuckerschoten aufsetzen, da diese nur kurz vor dem servieren blachiert werden. Die Hähnchenbrustfilets mit Salz und Pfeffer würzen und in einer Pfanne mit Öl auf mittlerer Flamme anbraten.
Unmittelbar vor dem Servieren die 8 Eigelb, den Waldmeistersud, Salz und Pfeffer in einer Schüssel mit dem Schneebesen verrühren. Im heissen Wasserbad 6-7 Minuten schaumig aufschlagen. Das Wasserbad darf nicht mehr wie 70 Grad warm werden, da sonst das Eigelb stockt.
Hähnchenbrust mit dem Waldmeister-Sabayon, den blanchierten Zuckerschoten und den Kartoffeln servieren.
Ein guter Freund kam zu Besuch und brachte als Kochvorschlag zwei Vorspeiseideen mit. Beide hatten mit Spargel zu tun und hörten sich interessant an: “Spargel mit Chili” und “karamellisierter Spargel“.
Vielleicht war es ein glücklicher Umstand, dass wir an diesem Abend zwar viel Spaß hatten, uns jedoch nicht besonders geschickt beim Kochen anstellten. Das Chili war beim Anbraten zu dunkel geworden, ebenso der Spagel. Beim zweiten Anlauf (karamellisierter Spargel) kamen im Prinzip leckere Spargelbonbons heraus.
Und dann waren da noch die abgeschnittenen Spargelstängel. Zu schade, um sie weg zu werfen. Da wir noch Chilischoten im Kühlschrank hatten, wagten wir einen dritten Versuch. Heraus kam etwas umwerfend köstliches:

Zutaten:
- 1 Bund grüner Spargel
- 3-4 Chilischoten
- 100 g weißer Zucker
- 20 g Butter
- 1 Prise Salz
Zubereitung:
Den Spargel waschen, die Stilenden entfernen. Die Spagelstangenenden nur schälen, falls die Spargelstangen besonders dick oder holzig sind.
Die Chilischoten in feine Stücke schneiden. Den Zucker in wenig Wasser zu einer zähfließenden Masse auflösen.
Die Butter in einer Pfanne erhitzen. Die Pfanne sollte groß genug sein, um später die Spargel in voller Länge aufnehmen zu können. Die Chilistücke in der Butter ca. 5 Minuten braten. Anschließend den Spargel hinzu geben und in der Chilibutter 3-4 Minuten wenden.
Zum Schluss die Zuckermasse hinzu geben. Vorsicht: Das kann zischen und spitzen. Die Temperatur hoch drehen und die Zuckermasse aufkochen. Das ganze ist fertig, wenn die Flüssigkeit hellbraune Farbe annimmt. Dann die Pfanne sofort vom Feuer nehmen, damit der Zucker nicht weiter karamellisiert!
Das ganze ist übrigens zu lange auf dem Feuer gewesen, wenn die Zuckermasse dunkelbraun wird. Zum Trost: Das gibt dann leckere Spargelbonbons ;-)
Tipp: Zuckermasse kann hartnäckig sein. Wer die Pfanne sofort nach dem Kochen mit kochendem Wasser ausspült, spart sich viel Ärger.
Update: Letzte Woche startete im Kochtopf ein Kochevent zum Thema “Some Like it Hot“. Hätte mich Barbara nicht drauf hingewiesen, dass wir mit diesem Chili-Spargel ins Konzept passen, hätte ich vermutlich verschlafen, daran teilzunehmen.

Rezeptidee: Dirk von Diringshofen
Nachdem äußerst leckeren Bärlauch-Blätterteig-Snack heute direkt das nächste Blätterteiggericht, da ich jetzt irgendwie auf den “Blätterteiggeschmack” gekommen bin ;o). Auch diesmal haben wir über den Hunger hinaus gekocht und einige Taschen eingefroren. Jetzt bin ich allerdings gespannt wie gut sie sich überhaupt aufbacken lassen…
Zutaten für ca. 8-10 Taschen (ca. 8×8 cm):
500 g Rinderhack
- 2 Paprika
- 1 Dose Mais (450 g)
- 2 große Zwiebeln
- 200 ml passierte Tomaten
- 3 Blätterteigrollen
- Olivenöl
- 2 Eier
- 2 TL Milch
- Salz
- Backpapier
Gewürzmischung:
- 1 TL gelbe Senfkörner
- 2 TL Kreuzkümmel
- 1 TL Peperonchini
- 2 TL Korinandersamen
Zubereitung:
Den Blätterteig aus dem Kühlschrank nehmen. Die Zwiebeln grob hacken. Dann die Paprika würfeln. Die Gewürze in einem Mörser kräftig mörsern.
In eine große Pfanne etwas Olivenöl geben und die Zwiebelwürfel kräftig anbraten, dann die Paprika dazugeben und alles zusammen weiterbraten. Nach rund 10 Minuten das Hackfleisch dazugeben und kräftig anbraten. Sobald das Hackfleisch durchgegart ist die passierten Tomaten dazugeben und mit der gemörserten Gewürzmischung abschmecken und ggf. etwas salzen. Dann den Mais dazugeben und unterrühren.
Eigelb und Eiweiß trennen. Eigelb mit Milch verrühren. Teig zuschneiden und die Ränder mit der Eigelb/Milch-Mischung bestreichen. Dann die Füllung gleichmäßig verteilen. Teigplatte zuklappen und mit einer Gabel ringsherum zusammendrücken.
Außen ebenfalls noch mit der Eigelb/Milch-Mischung bestreichen. Ca. 10-15 Minuten im 200°Grad heißen Backofen backen. Passt prima zu Salat.
Barramundi oder auch Baramundi zeichnet sich durch weißes, zartes aber doch festes Fleisch aus und gehört zur Familie der Barsche. Einfach nur leicht mehlen und in Butterschmalz angebraten schmeckte der Fisch wirklich klasse. Und da wir wahre Bärlauchfans geworden sind, gab es dazu eine leckere Bärlauchsauce.

Zutaten für 2 Personen:
- 2 Barramundifilets
- 2 Schalotten
- 150 g Bärlauch
- 200 ml Sahne
- 100 ml Cognac
- 100 ml Weisswein
- Salz und Pfeffer
- Butterschmalz
- etwas Mehl
- 200 g Pappardelle
Zubereitung:
Schalotten fein würfeln. Bärlauch in dünne Streifen schneiden. Barramundifilet trocken tupfen und von beiden Seiten leicht bemehlen.
In einer Panne die Barramundifilet von beiden Seiten kurz in Butterschmalz anbraten. Aus der Pfanne nehmen und in einer feuerfesten Form anschließen im 100 g warmen Backofen durch garen lassen. Währenddessen in der selben Pfanne (nicht auswischen) die Schalotten mit etwas Butterschmalz glasig dünsten und dann mit dem Weißwein und dem Cognac ablöschen. Das ganze stark reduzieren. Dann die Sahne dazugeben und mit Salz und Pfeffer würzen und etwas ziehen lassen.
Parallel die Pappadelle al dente kochen.
Sobald der Fisch durchgegart und die Nudeln fertig sind, den Bärlauch unter die Sauce geben. Gut vermischen und den Fisch mit Pappardelle und Bärlauchsauce servieren und genießen. Einfach, schnell und lecker.
Und gleich noch ein Gericht, das durch die Schweiz inspiriert ist - vermutlich aber gar nicht schweizerisch ist ;o). Aber egal - die Suppe die wir in der City von Bern gegessen haben war so lecker, das wir sie einfach nachkochen mussten. Perfekt dazu gepasst haben übrigens unsere Blätterteigkeile mit Bärlauch und Parmesan.

Zutaten für 4 Personen:
- 3 Bund Frühlingszwiebeln
- 200 g Sahne
- 2 Knoblauchzehen
- 1 Bund Schnittlauch
- 80 Butter
- 30 g Mehl
- 30 g Parmesan
- Salz und Pfeffer
Zubereitung:
Zuerst 2 Bund Frühlingszwiebeln waschen und in Streifen schneiden. Den dritten Bund Frühlingszwiebeln in sehr feine Streifen schneiden und beiseite stellen. Schnittlauch ebenfalls klein schneiden und den Parmesan reiben. Knoblauch schälen und fein hacken.
In einem Topf 1,8 Liter Wasser mit Salz erhitzen und die in Streifen geschnittenen Frühlingszwiebeln darin rund 10 Minuten auskochen. Anschließend die Zwiebeln abgießen und das Wasser unbedingt in einem Behälter auffangen.

Jetzt die Butter zum schmelzen bringen und darin den Knoblauch dünsten. Dann das Mehl dazugeben und kräftig rühren damit es nicht klumpt. Sobald es goldgelb ist mit dem Frühlingszwiebelwasser ablöschen (rund 1,5 Liter sollen es noch sein) und mit einem Schneebesen sofort weiter kräftig umrühren. Die Sahne dazugeben. Jetzt nur noch auf ganz kleiner Flamme stehen lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und den Schnittlauch zusammen mit dem Parmesan darunter rühren. Alles noch etwas ziehen lassen. Während dessen die feingeschnittenen Frühlingszwiebeln aufteilen und in die Suppenschüsseln geben. Kurz vor dem Servieren mit Suppe aufgießen, damit die Frühlingszwiebeln noch richtig knackig sind und zwiebelig schmecken.
Gehen wir das Thema mal technisch/medizinisch an: Die meisten Lebewesen entwickeln nach ihrem Ableben Gerüche, wenn der Zersetzungsprozess einsetzt.
Bevor jetzt alle angeekelt weglaufen: Ja, es geht tatsächlich um Waldmeister. Der riecht im lebendigen Zustand nämlich im besten Fall nach Wiese. Abgelebt jedoch, beginnt die Pflanze zu welken und erhöht den Cumaringehalt erheblich. Eben jenes Cumarin ist dafür verantwortlich, dass Waldmeister nach seinem Exitus riecht, wie er riechen muss: Grün. Obwohl er Speisen und Getränke nicht grün zu machen vermag (dazu ist nur Dr. Oetker imstande).
Während sich im Dezember alle Welt über die höhe Cumarinbelastung in Weihnachtsplätzchen aufregt, greift im Mai eine ganze Nation zu prickelnden Getränken mit freiwilliger Cumarinaromatisierung: Waldmeisterbowle. Und genau das haben wir auch getan, denn es ist ja schließlich Mai und der Waldmeister wächst und blüht im Wald…
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Da ist man nur zwei Tage in der Schweiz und schon bestimmen die Schweizer unseren Speiseplan <g>. Rösti essen wir sonst eigentlich nur ab und an als Beilage im Restaurant - in der Schweiz wird daraus eine richtige Hauptmahlzeit gezaubert. Schweizer Rösti scheinen sich auch in der Form von unseren, hier meist flachgedrückten Rösti, zu unterscheiden. Klar, das wir unbedingt ausprobieren mussten, ob es uns zu Hause auch gelingt. Rezepte gibt es ja sowohl mit rohen als auch gekochten Kartoffeln - wir haben uns für rohe Kartoffeln entschieden und werden es auch beibehalten. Nur schnell muss man beim raspeln sein - die Kartoffeln werden leider verdammt schnell braun.

Zutaten für 3 Personen als Hauptgericht:
- 800 Kartoffeln
- 2 Karotten
- 80 g Appenzeller
- 5 Schalotten
- 1-2 EL Butterschmalz
- Salz und Pfeffer
- Schnittlauch für die Garnitur
Zubereitung:
Karotten schälen und grob raspeln. Den Käse fein reiben. Die Schalotten würfeln. Schnittlauch in kleine Stücke schneiden. Jetzt die Kartoffeln schälen und kurzzeitig in eine Schüssel mit kaltem Wasser legen, damit die Kartoffel vor dem Raspeln nicht schon braun anlaufen. Sobald alles vorbereitet ist, die Kartoffeln aus dem Wasser nehmen und gut abtrocknen. Dann sofort grob raspeln.
Parallel in einer großen beschichten Pfanne 1 Eßlöffel Butterschmalz schmelzen lassen und die Schalotten darin glasig dünsten. Geraspelte Kartoffeln und Karotten dazugeben und vermischen, evtl. noch etwas Butterschmalz dazugeben.
Das unkompliziert an dieser Zubereitung - das Rösti darf ruhig zerfallen. Also einfach immer wieder mischen, damit es nicht anbrennt. Mit Salz und Pfeffer würzen und nach rund 10 Minuten den Käse über die Karotten-Kartoffelmischung geben und gut untermischen. Jetzt die Masse immer wieder wenden und platt drücken. In der Schweiz wurde das Rösti als “Rolle” serviert. Wir haben daher zum Schluß portioniert und dann einfach die Stücke “gefaltet” in dem wir einen Teil umgeklappt haben. Zusammen mit einem Salat ist es eine tolle vegetarische Hauptmahlzeit :o).
“Koch-Experten gesucht” stand in der Mail, die vorgestern in unseren Posteingang pixelte.
Die Firma Zott hat eine Marketingagentur damit beauftragt, “mal was richtig trendiges zu tun“. Die Wahl fiel dabei auf eine Agentur, deren Firmenname bereits den anstehenden Kurs aufzeigt: “webguerillas GmbH”. Und die hat sich was totsicheres ausgedacht: “Empfehlungsmarketing bringt Euch nach vorne, ohne dass die Betroffenen merken, dass sie Euch nach vorne bringen” - könnte man meinen.
So wird also dazu aufgerufen, sich schnellstmöglich für die Mitgestaltung des “Zottarella-Blogs” zu melden. Immerhin gibt es nur 500 Plätze. Wer zu spät kommt darf nicht mehr mitmachen.
Wer jedoch schnell genug ist, dem wird die Ehre zuteil, die Zottarella-Community mitzugestalten. Und zwar “aktiv”, darauf legt man wert.
Selbstverständlich bedankt man sich dann auch für die eingebrachte Arbeit. Als exklusives Dankeschön erhalten die Mitarbeiter exklusive Informationen zu Zott-Produkten (ein Raunen geht durch die Menge). Außerdem darf jeder Mitarbeiter kostenlos eigene Rezepte erstellen und damit den Zottarelle-Blog mit Inhalten versehen. Wer kann jetzt noch nein sagen: Endlich kein eigenes Blog mehr führen müssen - Glück auf, den ganzen Rezeptkram kann ich endlich bei Zott abladen.
Richtig interessant wird dann die Bewerbungsphase für die Mitarbeit am Zottarella-Blog: Dort muss der Bewerber die virtuelle Hose extrem tief herunter lassen. Neben Geburtsdatum und Anzahl der Kinder muss erklärt werden, wofür das eigenen Handy genutzt wird, ob man …lies die komplette Story »
Wirkt eine Überdosis Bärlauch eigentlich tödlich? Oder zumindest halluzinativ?
Um das heraus zu finden haben wir innerhalb kürzester Zeit ein weiteres Gericht mit Bärlauch aufgelegt. Dieses mal handelte es sich um einen Snack: Bärlauch mit Parmesan auf Blätterteig.

Um den medizinischen Teil vorweg zu nehmen: Es stellten sich keine Halluzinationen ein. Die Metamorphose des Blätterteigs war real und äußerst schmackhaft. Im Detail kam es folgendermaßen dazu:
Zutaten:
- 4 Blätterteigplatten (Tiefkühlware)
- 1 Bund Bärlauch
- 50 g Parmesan
- 1 Eigelb
- 1 TL Milch
- Pfeffer & Salz aus der Mühle
Zubereitung:
Der Bärlauch wird gewaschen, sorgfältig getrocknet und fein geschnitten. Der Parmesan wird gerieben und unter den Bärlauch gemischt. Diese Mischung wird gepfeffert und gesalzen.
Die Blätterteigplatten werden aus der Tiefkühltruhe geholt. Der Ofen wird auf 200° vorgeheizt.
Blätterteig lässt sich im halbgefrorenen Zustand hervorragend schneiden. Deshalb wird er unmittelbar nach dem Auspacken in stumpf zulaufende Keile geschnitten. Die Keile sollten nicht zu schmal sein, sonst fallen die aufgehenden Teigstücke im Ofen um.
Das Eigelb wird mit der Milch verquirlt und mit einem Pinsel vollflächig auf die Teigkeile aufgebracht.

Die Bärlauch-Parmesan-Mischung wird großzügig über die Keile gestreut.
Das ganze kommt ca. 10 Minuten bei 200° Umluft in den Ofen.
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