Lustig sehen sie aus: Schwarzwurzeln. Bisher habe ich ihnen trotzdem nie Beachtung geschenkt. Aber beim letzten Einkauf bin ich doch davor stehen geblieben. Das Rezept auf der Verpackung machte es mir leicht, die Wurzeln - auch Winterspargel genannt, die ich so gar nicht kannte einfach mitzunehmen. Aber ich hatte mich zu früh gefreut - das Rezept war nicht wirklich durchdacht. Tipps wie man mit Schwarzwurzel am besten umgeht, gab es leider auch keine - eigentlich ein schwaches Bild.

Naja, inzwischen weiß ich das man zum waschen der Schwarzwurzeln besser Handschuhe anzieht, da sonst die Hände anschließend durch den austretenden Milchsaft ziemlich kleben. Oder man macht es sich einfach und lässt die Wurzeln im Wasser mit Essig ca. 20 Minuten kochen und schreckt sie anschließend ab. Danach kann man angeblich die Haut ganz leicht entfernen.
Aber egal - geschmeckt hat es trotzdem :o).
Zutaten für 2 Personen:
- 750 g Schwarzwurzeln
- Essig
- 500 g Möhren
- 1 Bund Lauchzwiebeln
- 1 EL Senf
- 50 ml Schlagsahne
- 2 Eigelb
- 100 ml Apfelsaft
- 100 g Emmentaler
- Salz und Pfeffer
Zubereitung:
Knoblauch schälen und fein hacken. Von dem Käse 4-5 dünne Scheiben abschneiden und den Rest fein reiben. Schwarzwurzeln schälen und in 3-4 cm lange Stücke schneiden (Achtung der Milchsaft macht Flecken und klebt ). In einen Topf ca. 3 EL Essig geben und die Wurzeln darin bissfest garen (ca. 5-8 Minuten). Die Möhren schälen, in Scheiben schneiden und im Salzwasser blanchieren (auch sie sollten noch Biss haben). Anschließend im selben Wasser auch die Lauchzwiebeln kurz blanchieren.
Den Senf, die Sahne, die beiden Eigelb und den Apfelsaft in eine Schüssel geben und im heißen Wasserbad (aber nicht über 60 Grad) schaumig schlagen. Zum Schluss Knoblauch und Käse unterrühren. Mit Salz und Pfeffer würzen.
In eine feuerfeste Form abwechslungsweise die Möhren, die Schwarzwurzeln und die Lauchzwiebeln geben. Jetzt die Sauce gleichmäßig darüber verteilen und die Scheiben obenauf legen.
Im vorgeheizten Backofen (225°C) rund 20 Minuten gratinieren.
Und manchmal kann man einfach nicht anders und lässt sich doch von einem Fernsehkoch verführen ;o). Diesmal war es Lafer mit seiner „Wirsingtarte mit Lammhack“ aus „Lafer : Einfach lecker“. Lamm bekommt man hier leider nur auf Vorbestellung daher gab es die Tarte bei uns mit Rinderhack. Aber ich glaube dem Geschmack hat es keinen Abbruch getan - die Wirsingtarte war wirklich lecker. Beim nächsten Mal werden wir vermutlich auf den Käse verzichten, da die Füllung selbst so klasse schmeckt, das der Käse sie fast etwas erschlägt.

Zutaten für 4 Personen und eine 28er Springform:
Für den Teig:
- 250 g Mehl
- 125 Quark
- 1 Ei
- 125 g Butter
- 20 ml Wasser
- 1 Prise Salz
- Butter für die Form
- Klarsichtfolie
Für die Füllung:
- 1 Wirsingkopf (ca. 600-700 g)
- 1 EL Natron
- 300 g Rinderhack
- 100 g Bauchspeck
- 2 Schalotten
- 2 Knoblauchzehen
- 1 EL Butterschmalz
- Salz & Pfeffer
- Muskatnuss
- 3 Eier
- 300 ml Sahne
- 100 g Käse (sollte kein zu kräftiger sein, damit der Wirsing nicht untergeht)
Zubereitung:
Die Butter rund 1 Stunde vorher aus dem Kühlschrank stellen, damit sie weich wird.
Aus den Zutaten Mehl, Quark, Ei, Wasser, Butter, Salz einem glatten Teig kneten und in Folie einwickeln. Rund 1 Stunde im Kühlschrank kühlen.
Währenddessen die äußeren Wirsingblätter des Wirsingskopfes entfernen und die Blätter abtrennen. In einem großen Topf Wasser zum kochen bringen, 1 EL Natron dazugeben und die Blätter darin kurz blanchieren. Anschließend sofort in kalten Eiswasser tauchen und abschrecken. Durch das Natron und das abschrecken behält der Wirsing sein herrlich grüne Farbe. Die Blätter anschließend sehr gut auf Küchenpapier abtrocknen lassen und dann in feine Streifen schneiden.
Knoblauch fein hacken. Bauchspeck sehr fein würfeln. Die Schalotten klein schneiden. Käse reiben.

In einer Pfanne Butterschmalz schmelzen, den Bauchspeck darin etwas anbraten. Das Rinderhack dazugeben und gut anbraten. Dann den Knoblauch und die Zwiebeln dazugeben. Mit Pfeffer und Salz würzen und noch etwas zusammen garen. Zum Schluss noch den Wirsing dazugeben und gut untermischen.
Jetzt die Springform mit Butter einfetten. Den Teig aus dem Kühlschrank nehmen. Auf der Küchenplatte eine Klarsichtfolie auslegen und bemehlen. Teig darauf geben und eine ebenfalls bemehlte zweite Folie oben auflegen. Jetzt kann der recht weiche Teig prima ausgerollt werden. Sobald er die richtige Größe für die Form hat in die Form geben und überflüssigen Rand abschneiden. Den Boden mehrfach mit einer Gabel einstehen, damit er keine Blasen wirft.
Die Sahne mit den drei Eiern verquirlen und mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen. Die Hackfleisch-Wirsingmischung jetzt in die Form geben, gleichmäßig verteilen und die Sauce ebenfalls gleichmäßig darüber gießen. Den Käse oben drauf streuen.
Im vorgeheizten Backofen bei Ober- und Unterhitze (160°C) rund 40 Minuten backen. Anschließen herausnehmen und die Tarte kurz ruhen lassen - auch wenn es schwerfällt ;o).
Stefan ist Birnenfan. Deshalb hab es heute unseren bewährten Mürbteig mal mit Birnen statt mit Äpfeln. Die Anregung für den Guss habe ich bei Geniallecker gefunden und das Ergebnis war ein super leckerer Birnenkuchen, den es sicher bald schon wieder geben wird.

Zutaten für den Teig (28er Springform):
- 225 g Mehl
- 1 Ei
- 20 g brauner Zucker
- 1 Pack. Vanillinzucker
- Prise Salz
- 150 g Butter
Zutaten für den Belag mit Guss:
- 800 g reife Birnen
- 1 Zitrone
- 200 g Crème fraîche
- 50 g Zucker
- 3 kleine Eier
- Zitronenschalenabrieb einer unbehandelten Zitrone
- Butter für die Form
Zubereitung:
Die Butter am besten vorher aus dem Kühlschrank nehmen und weich werden lassen. Alle Zutaten in eine Schüssel geben und zu einem geschmeidigen Teig kneten oder von der Küchenmaschine kneten lassen. Anschließend in eine Klarsicht- oder Alufolie einwickeln und ca. 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.
In der Zwischenzeit die Birnen schälen, entkernen und in Spalten schneiden. Damit die Spalten nicht zu schnell braun werden mit dem Zitronensaft einer Zitrone beträufeln. Vorher noch die Schale der Zitrone abreiben - wichtig dabei, nicht das Weiße mit abreiben, da es sonst bitter schmeckt.
Die Crème frâiche mit dem Zucker, den Eiern und der geriebenen Zitronenschale kräftig verquirlen.
Jetzt den Teig auf einer bemehlten Fläche ausrollen und die mit Butter gefetteten Springform damit auslegen und eine Rand formen. Die Birnenspalten ringförmig auf den Teigboden verteilen und den Guss gleichmäßig darüber gießen.
Im vorgeheizten Backofen (180° Grad) rund 35-40 Minuten backen. Gegeben falls zwischendrin mit Alufolie abdecken, damit der Kuchen nicht zu dunkel wird.
Manchmal muss es einfach die bewährte Küche von zuhause sein. Deshalb gibt es heute hier ein Rezept aus der Kategorie “Futtern wie bei Muttern”. Und damit ich keine Fehler bei den Zutaten mache, haben Mutter und ich ihn vor ein paar Tagen zusammen angesetzt: Einen Salat, der zu allen möglichen Gelegenheiten daheim gereicht wird, traditionell bei uns jedoch wie “Dinner for one” zu jedem Silvester gehört.

Zutaten für 6 Personen:
- 300 g Bismarckhering (am liebsten vom Fischhändler)
- 400 g Äpfel (nicht zu herb)
- 440 g Rote Beete (vorgekocht)
- 1 große rote Zwiebel
- 3 Eier
- 4 Kartoffeln (mittelgroß, festkochend)
- 5 Cornichons
- 200 ml Joghurt-Salat-Creme (z.B. von Thomy)
- etwas Butter
Zubereitung:
Die Kartoffeln weich und die Eier hart kochen.
Die Zwiebeln klein schneiden und in etwas Butter andünsten. Sie sollen nicht bräunen. Die Zwiebelstücke abkühlen lassen.
Die Cornichons in kleine Stücke schneiden. Die restlichen Zutaten (Hering, Äpfel, Rote Beete, Eier und Kartoffeln) werden in etwa 1 cm große Stücke geschnitten. Wer tiefrote Fingerkuppen vermeiden möchte, zieht Haushaltshandschuhe zum Schneiden der Roten Beete an.
Alle Zutaten werden in eine Schüssel gegeben, anschließend wird die Salatcreme untergemischt. Das ganze wird einige male gründlich umgerührt. Im Kühlschrank wird der Salat eine Stunde lang in Ruhe gelassen. Er kann jetzt geschmacklich und farblich durchziehen.
Am besten serviert mal zu diesem Heringssalat einfach nur frisches Brot oder Brötchen.
Es war 2007, als der Gewürzanbeter Schubeck in einer von Kerners Kochsendung mit Sansho kochte und erklärte, dass “Sansho” ein Pfeffer sei, der in Japan angebaut und verarbeitet werde. Er war der Meinung, dieser Pfeffer wäre ein ganz besonderes Geschmackserlebnis - besonders mild und mit fruchtiger Note.
Irgendwie habe ich diesen “Sansho” seitdem nicht mehr aus dem Kopf bekommen. Und als ich vor einigen Tagen von meinem Lieblings-Gewürzshop erfuhr, dass Sansho nun dort zu festen Sortiment gehört, war klar: Sansho gehört bei uns ins Gewürzregal.

Heute kam der japanische Bergpfeffer an, und demnächst wird er sich in den ersten Rezepten wiederfinden.
Sansho ist übrigens kein Pfeffer im klassischen Sinne, denn es handelt sich nicht um getrocknete Früchte. Dieser Pfeffer besteht aus den Blättern der japanischen Dornesche. In Japan wird er, lt. Augenzeugenbericht, hauptsächlich für gegrilltem Aal verwendet.
Wahrscheinlich war es Zufall. Und vielleicht war es einfach nur Unvermögen oder mangelnde Kreativität. Vielleicht war auch Gutgläubigkeit die Ursache dafür, dass dieses Wochenende gleich zwei Rezepte schief gingen.
Zuerst musste der Catfish dran glauben, weil der Fisch mit der dezenten Note in einer Zitronensauce veraromatisiert und viel zu lange gekocht wurde. Und heute fanden dann auch noch zwei zarte Lammrücken den Küchentod, als sie nach Rezept in halbgare Kartoffelpufferwände eingeschlagen und mit einer seltsam eingekochten Fondsauce übergossen wurden.
Dabei war auffallend: Wir haben diese Wochenende nicht, wie sonst immer, bei der Jagt nach geeigneten Rezepten das Suchwort “Blog” angefügt. Dieses mal sind wir bei einer Kochzeitschrift (Catfish) und einem Rezeptbuch (Lammrücken) gelandet.

Bei Rezepten aus Blogs sind uns echte Pannen schon lange nicht mehr passiert. Das mag daran liegen, dass Blogger die Kochkunstwerke auch tatsächlich gekocht haben und die Qualität der Zubereitungsbeschreibungen meist detailliert ist.
In Zukunft suchen wir zum Suchwort “Rezept” wohl auch grundsätzlich nach “Blog”. Ist auch viel schöner, weil man der Rezeptquelle per Trackback Bescheid geben kann, dass man deren Kunstwerk nachgebaut hat.
Bildquelle: Stu Spivack
Im Herbst letzten Jahres bin ich auf der Lust auf Genuss-Messe in Stuttgart an einem Nudelstand hängen geblieben. Live wurde ein schnelles Gericht gezaubert. Beim Anblick der brauen Espressonudeln musste ich es einfach auch probieren. Die mit Birne und Sahne süß zubereiteten Nudeln waren im ersten Moment zwar etwas gewöhnungsbedürftig , aber beim zweiten Biss bereits sehr lecker. Der Espresso gibt den Nudeln zwar seinen Namen ist geschmacklich aber doch eher dezent.

Da ich mir von der Messe eine Packung Espresso-Nudeln mitgenommen hatte, wurde das Gericht heute direkt nachgekocht. Mal sehen, vielleicht bestelle ich irgendwann auch noch die Sorten: Ingwer, Marzipan, Kokos oder Koriander.
Zutaten für 2-3 Personen:
- 250 g Espressonudeln
- 3-4 reife Birnen (400 g)
- 20 g Butter
- 200 ml Sahne
Zubereitung:
Birnen schälen und in kleine Würfel schneiden. Die Nudeln ca. 4-5 Minuten in siedenden Wasser kochen, so das sie noch leichten Biss haben. Dann die Nudeln abgießen.

In einer Pfanne die Butter schmelzen und die Birnenstücke darin etwas schmoren lassen. Dann die Nudeln dazugeben und gut verrühren. Mit der Sahne übergießen und alles zusammen noch kurz köcheln lassen.
Auf der Messe würde über die Nudeln noch Zucker gegeben, wir haben ihn weggelassen. Unsere reifen Birnen haben dem Gericht genügend Süße verliehen.
Auf jeden Fall ein schnelles Gericht und geschmacklich trotzdem raffiniert.
War’s der Hunger auf einen Snack? Oder war es die mittlerweile allgemeine Protesthaltung gegen verarbeitete Lebensmittel? Wahrscheinlich war’s der Hunger, der mich dazu trieb, Käsestangen einmal selber herzustellen.

Mangels Blätterteig habe ich einen Teig gebaut, der schnell geht und trotzdem in Form und Geschmack zum gewünschten Ergebnis führt.
Zutaten für etwa 30- 40 Käse-Stangen:
- 130 g Mehl
- 90 g Margarine
- 70 g jungen Gouda
- 60 g Parmesan
- 1 Eigelb
- 1 Ei
- 1 TL Salz
- 1 TL Chiliflocken
- 1 TL schwarze Pfefferkörner
- 1 TL Oregano (getrocknet)
- Parmesan zum bestreuen
Zubereitung:
Zunächst wird der Gouda in die Rührschüssel gerieben. Um Verklumpungen zu vermeiden kann man zwischendurch etwas Mehl dazwischen geben. Anschließend wird der Parmesan in die Rührschüssel gerieben. Das restliche Mehl und Salz werden ebenfalls eingefüllt.
In einem Mörser werden die Gewürze (Chili, Pfeffer und Oregano) fein gemahlen. Sie werden anschließend mit der Margarine und dem Eigelb in den Rührtopf gegeben. Nun darf die Küchenmaschine ein paar Minuten lang alle Zutaten gründlich vermengen.
Anschließend wird der Teig auf eine gemehlte Arbeitsfläche gegeben und gründlich von Hand weiter verknetet. Dann wird er mit viel Mehl und einem Nudelholz zu einem halbzentimeter hohen Teig gerollt.
Aus diesem Teig werden lange Streifen geschnitten. 10 Zentimeter sind optimal. Die Streifen werden auf einem mit Backpapier ausgelegtem Backblech eng gelegt. Der Ofen wird auf 200° Umluft vorgeheizt.

Ein Ei wird verquirlt und etwas Parmesan gerieben. Die Stangen auf dem Backpapier werden mit dem Ei bepinselt. Anschließend wird der Parmesan möglichst gleichmäßig über die Stangen gestreut.
Ab in den Ofen. Die Käsestangen sind nach ca. 15 Minuten fertig, wenn sie goldgelb gebacken sind.

Diese Variante ist recht scharf. Wer weniger Schärfe will, der reduziert die Chiliflocken oder lässt sie ganz weg.
Robert Rodriguez ist nicht nur ein guter Regisseur, er ist auch Filmmusik-Komponist (Sin City, Spy Kids, SharkBoy And LavaGirl, …). Vielleicht war meine Passion für Filmmusiken (Scores) der Grund dafür, warum mich der Kommentar von zeta sofort elektrisierte, als ich ihn las. Sie machte mich auf dieses Video von der DVD “Irgendwann in Mexico” aufmerksam. Dort zeigt Rodriguez, wie er in seiner Küche ein Rezept mit Annatto-Samen zubereitet. Angeblich ein echtes mexikanisches Kultrezept: Puerco Pibil.
Ganz besonders der Ende des Videos macht die Sache interessant: Dort hält das stundenlang gegarte Fleisch selbst einer beiläufigen Penetration mit einer Gabel nicht mehr Stand, so zart ist es.
Ich musste einfach wissen: Handelt es sich um eine Hollywood-Rezept-Inszenierung? Oder ist Puerco Pibil tatsächlich ein Geschmackserlebnis ganz besonderer Art? Das ganze Abenteuer begann mit der Zutatenliste…
…lies die komplette Story »
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