Es ist Ruhe im Keller
Die Luft-Wasser-Wärmepumpe hat ihre Hochsaison hinter sich: Ein knackiger Winter, der mit eisigen Temperaturen bis weit in den März hinein Wirkung zeigte. Nach anfänglichem “Bullenheißheizen” in den ersten Winterwochen (naja, man muß ja erst mal seine Temperatur finden!) haben wir ab Januar eine ganz sinnvolle Balance in unserer Heiztechnik gefunden.
Nun ist Ruhe im Keller, die Warmwasser-Sonnenkollektoren haben die Warmwasseraufbereitung übernommen. Der erste Sonnenbrand verkündet das Ende der Heizperiode.
In meiner kleinen Tabellenkalkulation kann ich nun ablesen, dass wir in den knackigen Monaten pro Tag einen Energiebedarf von 31 kWh hatten. Darin enthalten ist der Strom, der zum Betrieb der Wärmepumpe und der kontrollierten Be- und Entlüftung benötigt wurde. Oder mit anderen Worten: Ein knackiger Wintermonat kostete uns 96 Euro.
Jetzt stehe ich da mit meinem Verbrauch und habe keine Ahnung, wie der einzuschätzen ist. Frage an andere “Heizer”: Was habt Ihr im Januar/Febraur/März verbraucht?
[Bildquelle: Wetteronline.de]

am 7. August 2006 um 3:53 pm Uhr.
guten tag, da bei uns eine heizungsmod. ansteht interessiere ich mich für beiträge dieser art. und frage mich was an einer wärmepumpe mit 40-50kwh verbrauch am tag so sinnvoll ist. wie sie selbst sagen kostet ein monat 100€, würde ich die 50kwh jedoch mit öl heizen wären das nur: 5ltr x 50ct x 30 tage = 75€. scheinbar ist die wärmepumpe teurer als öl. oder mache ich da einen denkfehler?
m.f.g. peter völkel
am 7. August 2006 um 4:24 pm Uhr.
@peter völkel: Wir haben in den Extremmonaten um die 30 Kwh verbraucht. In den Tiefsttemperaturmonaten muß die Wärmepumpe ganz schön ackern, um aus minus 5 Grad noch warmes Wasser machen zu können. Ein solcher Monat war hier gemeint. Unter dem Strich fahren wir (nach nunmehr 10 Monaten Betrieb und einer kompletten Winterperiode) deutlich günstiger als bisher in einer kleineren Wohnung mit Öl oder Gas. Und wie beschrieben: Die Umluftanlage ist auch schon mit drin
In der Übergangsphase (März) lag unser Verbrauch bei ungefähr 15-18 Kwh. Seit Ende April ist unser Verbrauch “0 - 3 Kwh”, das Warmwassersolar schafft weitestgehend alles. Nur die Lüftung genehmigt sich ihre 4-5 Kwh pro Tag. Aber eine Lüftung ist ja kein “Muß”.
am 29. August 2006 um 3:38 pm Uhr.
Hallo, habe mit Interesse die Forenbeiträge gelesen.
Natürlich ist im Winter eine heiße Zeit für die Wärmepumpe. Die Wirtschaftlichkeit einer Wärmepumpe sollte daher nur ganzjährig betrachtet werden und unter Berücksichtigung der Intensität des Winters. Darüber hinaus muss zwischen erdsonden- und fächenkollektorgestützten Wärmepumpen unterschieden werden, da Flächenkollektoren saisonal schwanken und daher im Altbau eigentlich nix zu suchen haben.
Desweiteren ist die Dimensionierung, die hoffentlich von einem versierten Planungsbüro durchgeführt wurde, für die Wirtschaftlichkeit entscheidend. In meinem Berufsalltag erlebe ich es immer wieder, dass Heizungsinstallateure und Brunnenbauer das schnelle Geschäft im Erdwärmemarkt wittern und zum Nachteil des Kunden ihre Leistung anbieten. Das in den Foren genannte Brummen zb ist für uns nix neues. Da ein größerer Volumenstrom durch das Heizsystem gepresst wird, ist nicht die Wärmepumpe sondern allein die Unerfahrenheit des Installateurs Schuld an solchen Geräuschen. Dies sind nur ein paar Dinge, die Häuslebauer und Sanierungswillige, die den Preis als K-O-Kriterium wählen, immer wieder falsch machen.
Ach, und Heizstäbe haben in Wärmepumpen nix zu suchen, und noch schlimmer, wenn diese im Winter angefordert wurden. Würde mich mal interessieren, was der Installateur der Anlage dazu sagt und ob er auf diesen unnötigen Stromfresser als Ersatz für ein paar Bohrmeter im Vorfeld hingewiesen hat.
Ich freue mich auf weitere Erfahrungsberichte und hoffe, dass havarierte Erdwärmeheizungen nicht dem Ruf dieser hervorragenden Technik schaden, sondern dazu führt, dass die Planung eines solchen Niedertemperatursystems einen höheren Stellenwert erfährt.
am 13. Dezember 2006 um 12:23 pm Uhr.
Hallo, ich habe mit Interesse die Beiträge gelesen und möchte hier meine Erfahrungen zum Thema Heizen mit einer Luft-Wasser Wärmepumpe mit integrierten Kontrollierter Wohnraumlüftung und Warmwasserbereitung beitragen.
Ich habe im Jahre 1999 eine Doppelhaushälfte geplant und gebaut.
Es sollte ein Niedrigenergiehaus werden das luftdicht sein muss.
Als Heizung sollte eine Wärmepumpe dienen.
Eine kontrollierte Wohnungslüftung mit Wärmerückgewinnung war fester Bestandteil
meiner Planung.
Als Heizungssystem habe ich eine Niedrigtemperaturheizung gewählt in Form einer
Fußbodenheizung. Der Wärmebedarf der Doppelhaushälfte beträgt 5,5 kW/h bei - 15°.
Die Heizfläche der Fußbodenheizung beträgt 125 qm.
Ich erfuhr das die Fa. Stiebel Eltron ein neuartiges Heizsystem die LWZ 303 Integral
entwickelt und kurz vor der Serienreife stand.
Alle Technischen Parameter dieser Neuentwicklung passten genau auf meine Doppelhaushälfte. Die Baupläne wurden noch schnell überarbeitet um dieses LWZ
einbauen zu können. Ein Liefertermin bis zum geplanten Einzug war fraglich.
Ich entschied ein Notheizsystem in Form eines 100 Liter Warmwasserspeicher mit einer Elektrischenleistung von 6 kW als Übergangsheizung einzubauen.
Dies war nötig um den Estrich auszutrocknen. Diese Notheizung musste leider bis Ende Feb. 2000 seine Dienste zur meiner vollständigen Zufriedenheit verrichten. Leider mit erheblich hohen Heizkosten. Die Kontrollierte Be- und Entlüftung die unbedingt erforderlich ist, wurde mit einem reinen Zentralen Lüftungsgerät ( LWZ 160 ) als Leihgerät realisiert. Nun ist es soweit ende Feb. 2000 geht mein Heizungstraum in Erfüllung, die LWZ läuft.
Eine Einzelraumregelung habe ich in allen Räumen vorgesehen aber nicht eingebaut da es meines Erachtens keinen Sinn gibt. Denn durch die kontrollierte Be- und Entlüftung wird der Wärmetransport in allen Räumen gleichmäßig verteilt. Die Raumtemperaturen sind auch fast gleich. Die Außenluft führe ich durch einen Erdkollektor der sich U-förmig um das gesamte Gebäude in ca. 2 m tiefe befindet.
In Kalten Wintertagen wird so die Außenluft vor erwärmt und in den heißen Sommertagen die Zuluft gekühlt.
Nun zu meine Betriebskosten:
LWZ 303 Verbrauchswerte für Heizung, Lüftung u. Warmeswasser
Brutto Kosten einschl. Grundpreis Jahr
Jahr kWh/a Jahr
2000 8166 708,00 € 59,00 € 3
2001 5895 520,00 € 43,33 € 3
2002 5878 648,00 € 54,00 € 2
2003 6557 673,00 € 56,08 € 2
2004 6690 723,00 € 60,25 € 3
2005 7005 755,00 € 62,92 € 3 Expansionsventil defekt, Inbetriebnahme der Solaranlage
2006 5900 640,00 € 53,33 € 2
Hier noch mein Senf zum Beitrag von Peter Völkel.
Es ist ein Denkfehler. Man kann die aufgenommene Elektrische Leistung nicht einfach direkt auf einen anderen Energieträger umlegen. Der Denkfehler liegt in der vergessenen Leistungszahl ( JAZ ) der Wärmepumpe. Diese liegt je nach Anlagentyp um ca. 2,2 bis 4,5 fachen der Aufgenommenen Leistung einer Wärmepumpe.
Das heißt bei einer angenommenen JAZ von 3 wird bei einer Wärmepumpenleistung von 1 kW (nur das wird bezahlt)
3 kW Heizleistung abgegeben.
In Ihrer Berechnung muss die JAZ mit einfliesen sowie die Kosten für die notwendige Elektrische Energie für Regelung , Brenner, Umwälzpumpe und Kaminkehrer mit den Immissionsmessungen zu berücksichtigen. Ich schätze das 3 fache Ihrer Berechnung.
Fazit
Wer heute neu Bauen, oder Renovier will kann ich nur Raten dämmen, dämmen und noch mal dämmen. Somit kann eine Heizung überfällig werden.
Das ist mein nächstes Ziel, denn Energie wird immer teuerer.
Gruß G. Spitzkat
am 2. Januar 2007 um 6:25 pm Uhr.
Hallo,
nun ist das Jahr 2006 verbei und mein genauer Verbrauchswert für den Monat Dezember liegt nun vor.
Meine Hochrechnung für das Jahr 2006 gab ich einen Verbrauch von 5900 kWh/a und 640,00 EURO/a an. Der milde Dezember reduzierte den WP- Jahresverbrauch auf 5646 kWh. Die Heizkosten einschl. Warmeswasser und der Kontrolliertenbe- und Entlüftung belaufen sich nun auf Brutto 615 EURO für 2006. Das entspricht ca. 51,25 EURO je Monat.
MfG
G.Spitzkat
am 16. Januar 2007 um 12:51 pm Uhr.
[...] Das erste komplette Heizungsjahr ist abgeschlossen und für uns heißt es nun, das Ergebnis zu bewerten. Animiert von einem Kommentar von Günter, den Verbrauchswerten auf Hendriks Seite und Markus’ Liste hänge ich hier mal unsere Werte hin: [...]