Den Saft abdrehen

StromverbrauchVor einigen Tagen habe ich damit begonnen, die Zähler im Sicherungskasten regelmäßig abzulesen. In der Zwischenzeit ist daraus eine Jagt nach stillen Stromfressern geworden. Einmal angefangen sensibilisiert man sich mit einer solchen Tabellenkalkulation für die Geräte im neuen Haus, die sinnlos Strom verbrauchen.

Jüngstes Beispiel: An drei Tagen in der Woche bin ich regelmäßig mehrere Stunden außer Haus. Aus verschiedenen Gründen muß mein Rechner allerdings eingeschaltet bleiben. Bisher habe ich brav die gesamte Peripherie ausgeschaltet und bin gegangen.

Neuerdings habe ich zwei Mehrfachsteckdosen mit Schalter vor die externen Geräte (Festplatten, Scanner, Sound, …) gesetzt. Testweise: Ich wollte wissen, ob Netzteile bei ausgeschaltetem Verbraucher tatsächlich nennenswert Strom ziehen.

Das Ergebnis überraschte mich: An den Tagen, an denen ich längere Zeit außer Haus war verbrauchen wir reproduzierbar 2 kWh weniger als noch zu Zeiten ohne Schaltsteckdose.

Hochgerechnet bedeutet das: 2kWh x 3 Tage x 52 Wochen = 312 kWh pro Jahr eingespart und dafür praktisch nichts getan außer „einen Finger krumm gemacht“.

Die Jagt ist eröffnet: Wir suchen jetzt überall nach Möglichkeiten, Netzteilen den Saft abzudrehen.

10 Kommentare zu “Den Saft abdrehen”

  1. Soja & Dennis

    Kleiner Hinweis zum Thema Schaltersteckdose. Wenn Du einen PC an dieser angeschlossen hast und schaltest den dann damit ebenfalls ab, wirst Du in wenigen Monaten Probleme mit dem BIOS bekommen. Grund: Das BIOS wird von dem Netzteil auf im Offline-Betrieb mit Minimalstrom versorgt, wenn die Mainboardbatterie also keinen Strom bekommt, kann das BIOS sich nichts mehr merken und die muss dann ausgetauscht werden (sofern nicht onboard verlötet) um nicht jedes Mal Datum/Uhrzeit und Peripherie im BIOS konfigurieren zu müssen. Zumindest den PC solltest Du NICHT an so eine Mehrfachsteckdose stecken.

  2. Mario

    @S&D: Der ist gut. Bis die BIOS-Batterie komplett leergelutscht ist, vergeht eine nicht zu verachtende Zeit…

    Aber: Darauf achten, dass diese Schalterleisten sog. „prellfrei“ sind. Prellen bedeudet, dass beim Ausschalten nicht einmal ausgeschaltet wird sondern mehrmals innerhalb kürzester Zeit.

    Sind dann noch mehrere Steckernetzteile mit Spule drin, oder hängt gar ein Fernseher mit dran, entstehen enorme fiese Spannungsspitzen, die auch nicht von den einfach Überspannungsschutzschaltungen der einfachen Leisten entkoppelt wird, da diese nur vom Netz kommende Unfeinheiten entfernen.

    Einem Kunden hat es so MB, Prozessor und Graka geschrottet. Und mit Hilfe eines Osziloskops konnte ich ihm sein Fehlverhalten aufzeichnen und ausdrucken :-) (Der Rechner wurde dennoch auf Kulanz ersetzt und als Leckerli gab es eine gute Schaltleiste dazu. Aber sowas ist selbstverständlich bei einem Kunden der jährlich 5-stellig Hardware kauft :-) )

  3. Susanne

    Wir haben bisher zwei Mal unseren Fernseher von Stand-by nur ausgeschaltet, weil wir längere Zeit in den Urlaub gefahren sind – jedes Mal war hinterher der Fernseher beim einschalten hinüber. Und da haben wir noch nicht mal die Stecker gezogen. Ich bin daher in der Beziehung etwas vorsichtig geworden :-)

    Beim Büro schalten wir bei längerer Abwesenheit einfach die komplette Sicherung ab, dann ist garantiert alles ohne Saft. Machen wir auch, wenn schwere Gewitter im Anmarsch sind…

    @Soja und Dennis:
    Ich hab‘ ja nun beruflich sehr viel mit PCs aller Altersklassen zu tun und wir haben auch viele Rechner „auf Halde“, die nicht am Strom hängen. Da ist das BIOS auch nach einem Jahr noch da.
    Die Batterie auf dem Mainboard ist ja kein Akku, wird also nicht geladen, wenn der PC am Netz hängt. Sie entlädt sich also auch, wenn der PC nur ausgeschaltet ist, aber das Stromkabel noch drin ist.
    Bester Beweis ist mein Router. Der ist ziemlich alt und ich hab‘ wenig Lust, die Batterie zu tauschen. Aber wenn ich ihn von Zeit zu Zeit mal herunterfahren muss – ohne ihn vom Strom zu trennen – sind die BIOS-Einstellungen weg. Also IMHO nix mit Minimalversorgung…

  4. Soja & Dennis

    @Susanne & Mario: Ich wollte nur einen guten Tipp geben, da ich in einer PC-Hotline arbeite und es doch häufig mit diesem Problem zu tun habe :)

  5. Hans-Georg

    Wir haben seit Jahren 2 Rechner, 2 Bildschirme, Router, Drucker und Lautsprecherboxen an einer ausschaltbaren Leiste mit Überspannungsschutz. Die Leiste wird aussgeschaltet sobald wir den PC-Betrieb einstellen. Bisher hatten wir noch nie Probleme mit irgendwelchen Störungen.

    Die Geschichte mit dem Fernseher habe ich auch schon mal gehört. Ich denke, wenn man das Gerät immer komplett ausschaltet, so wie wir, wenn man nicht mehr fernsehen möchte, passiert auch nichts.

  6. Peter

    Bin dazu übergegangen seit einem Jahr sämtliche Standby-Stromfresser an Steckerleisten anzubinden(Mini-Stereo-Anlage, PC, Fernseher, Waschmaschine(!)…) und habe bisher noch keine Ausfälle elektronischer Art erfahren.

  7. daskleinegelbehaus

    Durch die Abschalterei – wir hatten auch mal ordentlich Stromfresser-Jagd gemacht – hat es bei uns bisher das Netzteil eines Löwe-Fernsehers sowie ein 5V Netzteil samt zugehörigem DSL-Router zerlegt. Wir machen es nur noch bei vermeintlich unempfindlichen Geräten.

  8. Mario

    Oder halt mit den guten Schalterleisten, die es natürlich NICHT für 5,- bei IKEA gibt.

  9. Stefan

    @Mario: Woran erkenne ich eine gute Schalterleiste? Bzw. was führt bei den „Schlechten“ zu Defekten an den Geräten?

  10. risingsun28

    hab ich durch Zufall entdeckt und wollte es Euch nicht vorenthalten…

    http://www.eon-bayern.com/ressources/downloads/termintipps_pdf/eby_energietipps.pdf



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