Saugen und blasen

Rohre für die BelüftungIm Nachhinein ist uns eigentlich gar nicht mehr so ganz klar, warum unsere Fenster Griffe zum Öffnen haben, Eigentlich könnten sie, ständig geschlossen bleiben. Unser Haus wird dauernd zentral entlüftet.

Gestern hatten wir einen Vor-Ort-Termin mit dem Bauleiter „Heizung Sanitär“. Unter anderem ging es auch darum, noch einmal zu diskutieren, ob die Auslässe für die Lufteinblasung und die Öffnungen für die Absaugungen richtig sitzen. Wenn wir uns nicht verplant haben, dann entstehen in allen Räumen „Luftwalzen“, die für eine ständige Frischluftzufuhr sorgen.

Offene Wände für die Dürchführung der BelüftungsrohreÜbrigens werden unsere Türen unten alle einen 1 Zentimeter sichtbaren Schlitz haben: Dort muss die Luft hindurch.

Das Thema „kontrollierte Be- und Entlüftung“ ist ein tragisches Thema im Zusammenhang mit unserer Hausbaufirma (Name wird hier wegen Verhandlungsspielraum bewusst noch nicht genannt). In keinem Bereich lief im Vorfeld derartig viel schief wie in diesem. Und so durften wir auch gestern noch eine Fehlplanung in Augenschein nehmen:

Die höchste Absaugung geschieht bei uns im Arbeitszimmer (Dachgeschoß) oben in der Spitze des halb offenen DG’s. Macht ja auch Sinn: Hier laufen ständig Rechner, hier heizen Netzteile die Luft rund um die Uhr auf. Leider haben die Heizungsplaner in einem Anflug geistiger Umnachtung die Verrohrung 8 Meter lang durch den Spitzboden geplant. Zur Erklärung: Unser Spitzboden ist nicht isoliert. Im Winter ergäbe sich dann folgendes Szenario: Die mollig warme Luft wird in der Spitze unseres Arbeitszimmers abgesaugt und durch den null Grad kalten Spitzboden geführt. Damit würde dann nicht unsere Wärmerückführung gespeist sondern der Spitzboden beheizt. Brillant geplant!

Wir haben gestern sehr ernst darauf hingewiesen, dass wir für diese Rohrführungen im Spitzboden eine aufwändige Ummantelung mit allerbester Dämmung verlangen und dass wir dort ganz genau hinschauen werden.

Jetzt sind wir gespannt, wie unsere Schildbürger dieses Kapitel lösen werden…

6 Kommentare zu “Saugen und blasen”

  1. Jens

    Hallo,

    eine schöne Seite hast du eingerichtet. Zum Thema Heizung würde mich mal eine kurze Aufstellung bei euch interessieren:

    Welche Heizungs-Formen habt ihr? (Solar und Wärmerückgewinnung habe ich schon gefunden)
    Wie wird der zusätzliche Bedarf an Energie z.B. im Winter gedeckt (Strom?)?
    Habt ihr überall Fußbodenheizung?
    Was hat das ganze Thema Heizung, Solar, Belüftungssystem, etc. ungefähr gekostet?
    Mit welchen monatlichen Kosten rechnet ihr noch für Heizung und Warmwasser?
    Gegen welches Systems (z.B. Gasheizung, Palletsheizung, Bodenwärme etc.) habet ihr euch aus welchen Gründen entschieden?

    Wir überlegen auch gerade, welches Heizkonzept für einen Neubau wohl sinnvoll erscheint.

    Die Heizkosten steigen ja für Gas von Tag zu Tag… Von daher klingt euer Konzept schon sehr interessant… Mal sehen was die Praxis sagt. Meine Chefin braucht immer 21,78 Grad. Sonst friert sie bei weniger oder es ist zu heiß bei mehr.

    Würde mich über weitere Erfahrungsberichte zum Thema Heizung freuen.

  2. Stefan

    Hallo Jens,

    wir setzen ein:
    – Solar für Warmwasser
    – Wärmerückgewinnung in der Lüftung
    – Luft-Wärmetauscher für die Fußbodenheizung (im ganzen Haus) und als Ergänzung für Warmwasser

    Momentan haben wir den Eindruck, mit dieser Kombination nicht in die Ecke zu geraten, aber der Winter kommt erst noch. Eines läßt sich aber jetzt schon sagen: Die Wärme ist extrem gleichmäßig und es zieht nicht. Stoßlüften entfällt, dadurch gibt es kaum Temperaturschwankungen.

    Bei den aktuellen Aussentemperaturen (um die 10 Grad) langweilt sich die Fußbodenheizung und der Luftwärmetauscher noch. Die Fußbodenheizung ist nämlich (noch) kaum im Einsatz. Die Wärme bleibt unglaublich lange im Haus und wird durch elektrische Geräte zusätzlich gehalten (z.B. Computer). Wir nutzen ganz bewußt die Verlustwärme der vielen Netzteile im Haus mit und lassen die Lüftungsanlage einen Großteil dieser Wärme an die Frische Zuluft abgegeben.

    Zu den Kosten können wir erst nach der Frostperiode etwas sagen. Wir hoffen, dass wir an weniger als 15 Tagen elektrisch zuheizen müssen. Im nächsten Frühjahr wissen wir mehr.

  3. Jens

    Noch zwei Fragen:

    Der Luftwäremtauscher wird doch über Strom zugefütter, oder?

    Wir schlafen nachts immer bei offenem Fenster, das ist dann doch nicht mehr möglich oder ihr verliert eure gespeicherte Wärme? Gibt es dazu eine Lösung?
    Wie heizt sich das Warmwasser bei Bewölkung und im Winter auf?

    Geschätzte Kosten für die Anschaffung (Investition):
    1. Luftwärmetauscher: ca. 7-8 Tsd?
    2. Solaranlage: 6-10 Tsd.
    3. Verlegung Rohre: 3-5 Tsd.?
    4. Fußbodenheizung: 5-8

    Gesamt ca. 25-30 Tsd?

  4. Stefan

    – Zufüttern für den Luftwärmetauscher sollte möglichst ganz unterbleiben. Bis -15 Grad Aussentemperatur kann unser Gerät Vorlauftemperaturen bis 60 (brauchen wir nicht, weil Fußbodenheizung) zur Verfügung stellen. Und wenn es mal noch kälter wird, dann sinkt die Vorlauftemperatur. Und irgendwann (ich schätze ab -18- -20 Grad) muß dann elektrisch zugeheizt werden. Naja, und an wieviel Tagen im Jahr ist es für langere Zeit kälter als -15 Grad? 😉

    – Offenes Fenster: Einfach n Kauf nehmen, dass die vorgewärmte Luft aus dem Fenster entweicht. Take it easy: In einem Haus ohne Lüftung wird sie ohnehin beim Lüften „rausgeschossen“, ohne dass sich jemand Gedanken dazu macht. Ansonsten: Einfach im Schlafzimmer nachts das Ventil zudrehen. Ist ein Handgriff.

    – Warmwasser bei Bewölkung: Ãœber die Luftwärmepumpe. Die versorgt das Brauchwasser zusätzlich bei Bedarf.

    – Zu den Preisen: Ãœber Preise spricht man nicht 😉
    Für einen Preisvergleich hat’s aber auch zu viele Variablen. Denk nur mal an das Luftvolumen, die beheizten Flächen, die vielen verschiedenen Gerätevarianten u.ä.

  5. Jens

    Danke für die Antworten. Nach dem Winter werde ich mal wieder vorbei schauen. Dann hast du ja vielleicht deine Erfahrungen verarbeitet.
    Ich verfolge das Thema weiter und werde mich dann noch mit ein paar Kollegen austauschen. Viel Erfolg beim Heizkosten sparen.

  6. Stefan

    Solange der Winter noch vor uns liegt ist das auch alles nur theoretisches „Prospektwissen“. Die aktuellen 10 Grad Aussentemperatur sind nicht wirklich eine Herausforderung für eine Heizungsanlage.

    Vielleicht haben wir bis zum Februar das eingesparte Öl in Pullover investieren müssen… *bibber*



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